
Epilepsie – Was ist das?
Epilepsie ist ein Begriff für eine Vielzahl von verschiedenen Erkrankungen, bei das Hauptsymptom eine erhöhte „Bereitschaft“ des Gehirnes einen epileptischen Anfall zu entwickeln ist. Epileptologisch versierte Ärzte mögen den Begriff „Krampfbereitschaft“ nicht, u.a. da er falsche Vorstellungen weckt: denn oft sind epileptische Anfälle sehr eindrücklich (mit Stöhnen, Zittern aller Extremitäten nach einem Stöhnen, Versteifung des gesamten Körpers, der danach in ein rhythmisches Zucken, welches immer langsamer wird, manchmal mit blau werden im Gesicht wegen vorübergehender aber ungefährlicher Atemnot, manchmal mit Inkontinenz und Zungenbiss. Allerdings können sie auch sehr subtil sein, sodass nur eine nahestehende Person eine Veränderung der Aufmerksamkeit und vielleicht ein leichtes Schmatzen bemerkt oder sogar, dass nur der Betroffene selber eine Veränderung bemerkt (sogenannte Auren).
Problem ist zum einen, dass viele dieser Veränderungen auch andere Ursachen als epileptische Anfälle haben können (z. B. Unterzuckerung, langjähriger Drogenmissbrauch). Zudem ist kommt es manchmal zu plötzlichen Bewusstlosigkeit und Bewegungen des Körpers, die zwar für den Spezialisten in ihrer Manifestation von epileptischen Anfällen zu unterscheiden sind, für den Nichtexperten und den Laien aber nicht (z.B. durch krankhafte Veränderungen des Blutsalz- oder Blutzuckergehaltes).
Wichtig ist daher zur genauen Bestimmung welche Arten von Anfällen vorliegen
- die Eigen- und Fremdanamnese
- eine Dokumentation des Ereignisses mittels Handyvideo
- die Häufigkeit der Eriegnisse (sog. Anfallskalender)
- potentielle Auslösefaktoren
Nur mit diesen Informationen ist eine genaue Bestimmung, ob und wenn ja, welche Epilepsieerkrankung vorliegt. Die Festlegung welche Epilepsieerkrankung vorliegt bestimmt im Übrigen auch die möglichen Therapieoptionen.
